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Anhydritestrich

Anhydritestrich ist ein Estrich, der aus Gips-Bindemitteln, Sand, Kies und Wasser hergestellt wird. Die Bezeichnung „Anhydritestrich“ wird häufig durch den Begriff „Calciumsulfatestrich“ ersetzt.





Wissenswertes.
Vier Ausgangsstoffe werden unterschieden

Naturanhydrit, wird auch in Deutschland abgebaut
Synthetischer Anhydrit, der bei der Flusssäureherstellung gewonnen wird.
Alpha-Halbhydrat, kann sowohl aus Naturgips, als auch als REA-Gips unter hohem Druck im Autoklaven hergestellt werden. REA-Gipse sind in ausreichendem Maß kostengünstig vorhanden.

Anhydritestriche werden am Bau besonders als Fließestriche eingebaut. Sie gewinnen heute immer mehr an Bedeutung, begünstigt durch die leichte Verarbeitung als Fließestrich (Kurzbezeichnung AFE). Es lassen sich große Flächen in kurzer Zeit herstellen.

AFE werden flüssig im Bau eingebracht und nivellieren sich unter Einfluss der Schwerkraft von selbst. Aufgrund dieser Verarbeitung werden gleichmäßige Festigkeiten bei einer sehr genauen Ebenheit erzielt. Es entstehen keine Verformungen oder Schüsselungen wie beim ZE durch die Austrocknung. Als weiterer Vorteil gilt die fugenlos zu verlegende Fläche. Nachteilig ist jedoch die Reaktion mit Feuchtigkeit, da Gips ein wasserlösliches Bindemittel ist. Dies führt vor allen Dingen dort zu Problemen, wo mit nachsteigender oder dauernd auftretender Feuchtigkeit gerechnet werden muss.

Die Trocknungszeit beim AFE beträgt bei Estrichstärken bis 4 cm 1 Woche pro cm. Für jeden weiteren cm werden zusätzlich unter günstigen Bedingungen 2 Wochen benötigt.

Die Estrichoberfläche sollte immer (vorausgesetzt, es liegen keine anders lautenden verbindlichen Herstellungsvorschriften vor) mechanisch durch Kugelstrahlen oder Schleifen mit Körnung 16 vorbehandelt werden. In der Regel sollte dies in der ersten Woche nach Einbringen des Estrichs durch den Estrichleger gemacht werden, da sich ggf. an der Oberfläche eine harte Sinterschicht bildet, die alleine durch einen Schleifvorgang nicht beseitigt werden kann.

Wird vom Bodenleger ein weiterer Anschliff verlangt, ist dieser nach VOB gesondert auszuschreiben und den Auftragnehmer zu vergüten.

AFE sind ideal für Warmwasser-Fußbodenheizungen, da sie die Rohrleitungen ohne Lufteinschlüsse einbinden. Ist nach dem Belegreifheizen die CM-Messung ≤ 0,3 %, so sollte mit der Verlegung und den dazu erforderlichen Vorarbeiten unverzüglich begonnen werden, da ansonsten der Estrich wieder Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt, was später zu Problemen führen kann. Eine weitere Messung ist in den meisten Fällen nicht durchführbar, da die Estrichleger meist nur eine Markierung anbringen.
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